Das Lösen

über das lösen der Sehne ist bereits viel geschrieben und philosophiert worden. Ich möchte es hier nicht so kompliziert machen, denn es ist tatsächlich recht einfach. Den größten Fehler den man dabei machen kann ist meines Erachtens, zuviel darüber nachzudenken. Und das ist auch schon das Hauptproblem. Man sollte möglichst gar nicht denken, sondern sich rein von seiner Intuition leiten lassen. Wie das geht? Ich möchte einfach beschreiben, wie ich das mache: schon beim nehmen des Pfeiles aus dem Köcher richte ich meinen Blick ins Ziel. Gleichzeitig hebe ich meinen Bogenarm in Richtung  Ziel. Ich lasse den Punkt den ich treffen möchte nicht mehr aus den Augen. Je kleiner und eindeutiger dieser Punkt ist, desto einfacher ist es sich darauf zu fokussieren. Ich nocke den Pfeil ein – auch hier lasse ich das Ziel nicht aus den Augen. Erst beim Auszug fokussiere ich das Ziel mit beiden Augen und blende alles andere aus. Maximal 1 – 2 Sekunden nachdem ich meinen Vollauszug erreicht habe, löse ich. Meistens treffe ich 🙂

Der ganze Vorgang setzt natürlich so viel Übung voraus, dass die einzelnen Bewegungsmuster automatisch ablaufen und ich mich neben dem Versuch treffen zu wollen, nicht auch noch darauf konzentrieren muss dass die Bewegungen stimmen. Meiner Meinung nach ist es wichtig, den ganzen Ablauf vom nehmen des Pfeils, über einnocken, bis hin zu der Position an der ich mit dem Auszug beginne, so oft als möglich zu üben. Das geht auch zu Hause im Wohnzimmer. Noch besser ist es, mit einem leichteren Bogen auch noch den Auszug und das lösen dazu zu nehmen und nur auf kurze Distanz von max. 2 – 3 Meter auf eine Scheibe zu schiessen. Es geht um die Wiederholung und um die korrekte Ausführung.

Die empfohlene Methode für den Auszug ist eine einzige, ununterbrochene und flüssige Bewegung bis zum individuellen Auszugspunkt. Maximal 2 Sekunden danach folgt das lösen.

Zum Zeitpunkt des lösens entlädt sich die im Körper aufgebaute Spannung dadurch, dass der Bogenarm mit dem Bogen nach vorne und zur Seite gedrückt wird und der Ellenbogen der Zughand gleichzeitig nach hinten geht. 

Ich möchte betonen, dass es sich bei dieser Anleitung um meine eigenen Erfahrungen in der Daumentechnik handelt. Sie kommen möglicherweise mit einem anderen oder abgewandeltem System besser zurecht. Jetzt wünsche ich Ihnen viel Erfolg und vor allem Freude an der Daumentechnik.

Ihr Martin Gröber