Siper

Eine andere Möglichkeit zum Verschießen von kurzen Pfeilen ist der aus dem Flightschießen bekannte türkische Siper. Das Wort Siper bezeichnet nichts anderes als das Schild, das den Handrücken schützen soll. Der Siper wird mittels Lederriemen auf den Rücken der Bogenhand geschnallt und ermöglicht ebenfalls das Verschießen von kurzen Pfeilen, die allerdings nicht so kurz ausfallen können, wie die für die Pfeilschiene. Obwohl der Siper nur aus dem Flightschießen seit dem 17. Jh. bekannt ist wird vermutet, dass die Vorrichtung auch im Kampf seine Verwendung fand. So zeigen Darstellungen von alten Gemälden türkische Soldaten, die einen Siper am Gürtel tragen. Bezeichnenderweise muss erwähnt werden, dass der Rekord im Flightschießen mit über 800 Metern bereits im 16. Jh. erzielt wurde – immerhin etwa 100 Jahre bevor der Siper in Gebrauch kam.

Schießen mit dem Siper

 

turkish siper

Zunächst ist wichtig, dass der Siperblock mittels Lederbänder fest am oberen Handrücken zwischen Daumen und Zeigefingerwurzel der Bogenhand befestigt wird. Er muss absolut fest sitzen und darf nicht verrutschen.

SiperErst wenn dies sichergestellt ist, wird der eigentliche Siper (Schild) eingeschoben, um den Handrücken zu schützen. Der Bogen wird mit dem so genannten „Falkengriff“ gehalten, bei dem das Handgelenk gestreckt ist.

Siper mit MushammaBei Bögen mit höherem Zuggewicht kann zur Unterstützung des gestreckten Handgelenkes ein gewachstes Leinenband (Mushamma) um den Bogengriff gewickelt werden.

P1090506Der kurze Pfeil wird wie gewohnt eingenockt und in den Daumenverschluss genommen. Die Pfeilspitze kommt am hinteren Ende der Rinne im Siperblock zum Liegen.

Siper AuszugDer Auszug sowie das Lösen erfolgen ohne jeglichen Druck auf den Pfeilschaft und die Bogenhand bleibt während des gesamten Vorgangs ruhig und stabil gestreckt. Nach dem Lösen kann, begünstigt durch den Falkengriff, eine leichte Kippung des Bogens nach vorne erfolgen.