Wer bin ich

Als ich das erste Mal einen richtigen Bogen in die Hand nahm war ich sofort fasziniert von diesem einfachen Gerät. Augenblicklich fühlte ich mich zurückversetzt in meine Kindheit, als ich zum letzten Mal einen „Bogen“ in der Hand hielt. Damals war das ein im Wald abgeschnittener Haselstecken…

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Martin Gröber

Jetzt ist es ein osmanischer Reiterbogen aus Eschenholz. Ein sehr schönes Teil und ein richtiges Kunstwerk. Der Bogen war die erste effektive Fernwaffe des Menschen – schon vor 15.000 Jahren. Das fand ich schon immer faszinierend und der Grund warum ich das schießen mit dem Bogen begonnen habe.

Zunächst erlernte ich das Bogenschießen mit der mediterranen Methode, bei der die Sehne mit drei Fingern ausgezogen wird. Doch schon nach kurzer Zeit – als ich die Grundtechnik halbwegs beherrschte – fing ich mit der Daumentechnik an. Mein erster Ring war ein einfacher Lederring mit dem ich sehr gut zurechtkam. Trotzdem war ich fasziniert von den Ringen aus Horn, so wie sie auch auf alten Darstellungen von Reiterbogenschützen zu sehen sind.

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„mongolischer“ Hornring

Ich wollte unbedingt einen Hornring haben und begann, im Internet zu stöbern. Schon bald wurde ich fündig und erstand einen angeblich „mongolischen“ Hornring. Dessen Vorderteil, der eigentlich die Daumenkuppe vor der zurückschnellenden Sehne schützen soll, war viel zu kurz, sodass die Sehne bei jedem Schuss recht schmerzhaft über meine Daumenkuppe schrammte. Fazit: zwar billig, aber dafür auch unbrauchbar.

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„Hornring ?“

Ein anderer Hornring zerbrach gleich beim ersten Schuss in der Mitte und fiel in zwei Teilen zu Boden. Erstaunlicherweise aber traf der Pfeil das Ziel …

So waren letztendlich alle Ringe bis auf den Lederring ziemlich unbrauchbar. Ich kam dann nach recht kurzer Zeit zu dem Entschluss dass ich als gelernter Schreiner ja handwerklich nicht ganz ungeschickt sein sollte und begann mit der Planung, mir meinen Hornring eben selber zu bauen. Es verging ein ganzes Wochenende und dann hielt ich schließlich meinen ersten selbstgebauten Ring aus Büffelhorn in den Händen. Gebaut nach alten historischen Abbildungen eines türkischen Bogen-Daumenringes.

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Mein 1. Daumenring aus Büffelhorn

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass der Ring perfekt funktionierte. Das lösen der Sehne war kurz und knackig und sehr präzise.

Last but not least möchte ich nicht versäumen, Ihnen einige der mir wichtigsten Quellen mitzuteilen, mit denen ich mein Wissen rund um das Bogenschießen ständig erweitere. Da ist zum einen das hervorragende und gut verständliche Buch von Adam Swoboda „The Art of shooting a short Reflexed Bow“ und zum anderen die beiden aus dem arabischen ins englische übersetzten Bücher: „arab archery, an manuscript of about a.d. 1500“, von Faris N.A und Elmer R.B. und „saracen archery – an english version and exposition of a mameluke work on archery“ (ca. a.d. 1368) von Latham J.D. und Paterson W.F.

Ich stehe in Kontakt mit etlichen Bogenschützen in der Türkei, allen voran die Gruppen „tirendaz“ mit Dr. Murat Özveri und die Schützen aus Kayseri mit Sami Genel und Hakan Menevis. Allesamt eine sehr wertvolle und hilfreiche Quelle wenn es um die praktische Umsetzung geht.

Eine ebenso reiche Quelle an fundiertem Wissen quer durch alle Sparten des Bogenschießens sind die Foren: „fletchers-corner“ und „free-archers“. Hier treffen sich zahlreiche Bogenschützen aus dem ganzen Bundesgebiet um sich auszutauschen.

Ich würde mich sehr freuen, Sie auf einer meiner Bogenkurse kennenzulernen. Sehr gerne zeige ich Ihnen die Grundlagen, sowie die komplexen Feinheiten der Daumentechnik.

In diesem Sinne, vielleicht bis bald und viel Spaß auf der Webseite.

Ihr Martin Gröber